The Organ Amplifier

Ein guter alter Bekannter, aufgrund stark gestiegener Nachfrage wieder aufgelegt und als "State of the Art Amp" getoppt!

Mit dem Organ Amplifier ist es möglich sowohl Transistor "hammondartige" Orgeln als auch originalen Hammonds* das nötige hochkarätige Handwerkszeug zum Treiben von Lautsprechern oder Leslies* zu geben. Zwei mischbare Eingänge Clean und Dirty sowie 100%ige Röhrenverstärkung mit zwei 12 AX7 und 4 EL34 (echte Röhrenwatt) stehen zur Verfügung.

Es können jeglich denkbare Konstellationen zum Beispiel auch als Ersatz des Transistoramps (760er Leslie*) realisiert werden. Der Klang (Röhrenaktiver Presenceregler) geht von smooth jazzig bis angezerrt overdrivig. Für volle Bedienung a la John Lord sollte der Dirty Eingang mit dem Reußenzehn Röhrenbooster "Organ & Groove" zusätzlich geboostet werden.

Zwischen den Kanälen kann mittels optionalem A/B Switch während des Spielens gewechselt werden.

Hören Sie sich den Organ & Groove und den Organ Amp an auf "Perfect Strangers" unter: www.lies.ch

 

* "Hammond" und "Leslie" sind eingetragene Warenzeichen der Firma Suzuki-Hammond

 

Stereo Setup mit Hammond* M3 Portable,
Organ & Groove Preamp sowie 2 Organ Amplifier
mit Reußenzehn-Double-Rotor-Cab

 

 

Leistungen siehe AGB

Preise

Auszug aus Testbericht: "Funtasten"

The Organ Amp

Durchaus lassen sich markante Charakterstärken, die nach „Hammond“ klingen, auch einem digitalen Klon entlocken. Aber das wirkliche Erleben des Klassikers ist um unzählige Nuancen reicher, und beim echten Live-Einsatz hat man eben nicht nur einen Sound, sondern ein ausdrucksstarkes und reaktives Musikinstrument unter den Fingern.

Wobei es aber zumindest den Rockern dann schnell beim Spitzenpegel zu eng wird, denn die eingebauten Verstärker sind bei den alten Hammond-Modellen und vielen externen Leslie-Lautsprechern nicht für echte Band-Lautstärken ausgelegt. Reußenzehn bietet daher einen 100 Watt starken Zusatz-Amp in lupenreiner Röhren-Technik an, der in stilvoller Weise den Klangreichtum der Orgel auf ausreichendes Pegelniveau bringt.

Zunächst ist die optische Erscheinung ein Leckerbissen, zumindest für Chrom-Liebhaber. Liebevoll sind die Beschriftungen der Bedienelemente ins Chassis graviert, der saubere Aufbau und die schön plazierten Röhren und Trafos sehen nach edlem HiFi-Gerät aus – womit Reußenzehn sich außer dem Equipment für Musiker ja auch seit langem beschäftigt.

Ausstattung

Vier EL34-Pentoden erzeugen die solide Ausgangsleistung, wobei der Organ Amp durch vielfach verschachtelte Wicklungen des Ausgangsübertragers laut Hersteller bis 1,2 Ohm hinab lastfest ist und auch den Leerlauf verträgt. Die beiden Klinkenausgänge sind ohne Impedanz-Umschalter für Lautsprecher von 2 bis 16 Ohm vorgesehen. Ein unhörbar laufender Lüfter kühlt sanft die Röhrenkolben, was vor allem beim Einbau in die (Leslie-) Box vorteilhaft ist. Allerdings entgeht dem von der übrigen Optik verwöhnten Auge nicht, dass der Lüfter beim Testmodell mit recht rustikal angefertigten Alu-Streifen befestigt ist und die Schirmkappe des Ausgangsübertragers eine Schuhnummer zu groß gewählt wurde. Positiv formuliert, kommt hier ein gewisser handwerklicher Charme rüber, der sich von der kühlen Perfektion mancher Industrieprodukte absetzt.....

Wiedergabe

Mit geschmeidiger Eleganz entfaltet der Organ Amp seine Leistung, wobei vor allem bei höherer Aussteuerung das harmonische Obertonverhalten des Röhrenverstärkers zunehmend zum Tragen kommt. Warm und trotzdem straff konturiert präsentiert der Amp die Bässe, und wenn man den Clean-Kanal wählt, lässt sich erstaunlicherweise am dann eigentlich funktionslosen Deep-Regler eine subtile Tiefbass-Nuance variieren. Dieser Effekt kommt durch anpassungsmäßige Belastung je nach Potistellung zustande und kann durchaus zum Feinabgleich der Wiedergabe herangezogen werden. Ebenfalls fein, aber natürlich wirkungsvoller greift der Presence-Regler ins Klanggeschehen ein und reguliert sozusagen die Lebendigkeit und Frische im Ton. Bei zugedrehter Präsenz arbeitet der Organ Amp präzise und sachlich, mit freigegebener Präsenz kommt zunehmend spritziger Klick in den Ton.

Die wichtigsten Klangformungsmittel sind beim Reußenzehn allerdings die verschieden ausgelegten Eingänge sowie der Leistungs-Umschalter, mit dem die Endstufenleistung von 100 auf 50 Watt reduziert werden kann. Über den unteren Dirty Input mit der zusätzlichen Röhrenstufe lässt sich der Organ Amp auch bei gesitteter Lautstärke und mit normalem Keyboard-Pegeln schon in die Verzerrung fahren. Weil die Übersteuerung schon in der Röhrenvorstufe entsteht und der Volumenregler aber dahinter eingreift, kann man charaktervoll angezerrte Sounds in jeder beliebigen Wiedergabe-Lautstärke abrufen. Aber auch der unempfindlichere Clean-Eingang ist nicht taub, hier tritt bei Ansteuerung mit normalen Instrumenten der Charakterzerr mit glasiger Präsenz und fetzigem Bass-Crackle allerdings nur bei den Pegelspitzen auf. Ob man den Röhren-Amp mit voller oder halber Leistung fährt, macht wiederum einen deutlichen Klangunterschied aus; mit 100 Watt wirkt die Wiedergabe lebendiger und brillanter, während der Verstärkerklang in der reduzierten Leistungs-Einstellung disziplinierter und trockener rüberkommt. Zumindest, solange man ihn nicht hoch aussteuert. Natürlich lässt sich der Organ Amp in der Half-Einstellung schneller ins Endstufen-Clipping aussteuern, wo dann der charaktervolle Growl früher und weicher einsetzt als mkit der vollen Nennleistung.

Fazit

Reußenzehn kultiviert mit dem stilvollen Organ Amp die musikalischen Vorteile der Röhrentechnik, die je nach Aussteuerung und Übersteuerung sehr komplex auf das eingespielte Tonsignal reagiert und markante, harmonische Obertonstrukturen entwickelt. Die charaktervollen Klangvarianten und den Eigensound schöpft man hier vor allem durch Leistungs- und Pegel-Variation, so dass man die teils subtile, teils deutliche Wirkung der beiden unterschiedlich ausgelegten Eingänge und des Leistungs-Umschalters kreativ zur Klangformung einsetzt, um damit Growl, Lebendigkeit und Fetzigkeit der Wiedergabe zu bestimmen. Sicherlich ist der reaktive Charakter des klangstarken Röhrengeräts nicht nur für Hammond-Organisten interessant und wird auch andere Keyboards im Live-Einsatz um lebendige Nuancen bereichern, die kein kühler Transistorverstärker hinbekommt.

+ lebendiger Röhren-Sound
+ Leistungs-Umschalter
+ kundenspezifische Ausstattung möglich
+ Optik, Verarbeitung

- Befestigung Lüfter
- Schirmkappe für AÜ zu groß

(wurde mittlerweile geändert)

Der Test ist downloadbar bei Keyboards